Grippe-Schutzimpfung: Vorbereitungen laufen an

In Thüringen - sowie in vielen anderen Bundesländern - laufen die Vorbereitungen für die Grippe-Schutzimpfung. Die gesetzlichen Krankenkassen haben nach einer Ausschreibung einen Impfstoff-Liefervertrag mit einem Pharmaunternehmen abgeschlossen, wie die AOKplus stellvertretend für die Kassen mitteilte. Möglicherweise könne bereits in der nächsten Woche mit der Auslieferung begonnen werden, sagte ein Sprecher. Bislang fehle allerdings noch die Zulassung des in Italien produzierten Impfstoffes durch die italienische Zulassungsbehörde und das in Deutschland dafür zuständige Paul-Ehrlich-Institut. Im vergangenen Herbst und Winter wurden laut Sozialministerium offiziell 3.132 Fälle von Virusgrippe (Influenza) in Thüringen registriert.

Das Ministerium geht allerdings von einer höheren Zahl aus. Statistisch erfasst würden nur die Fälle, bei denen der Erreger labordiagnostisch nachgewiesen wurde, hieß es. Die Grippe-Saison 2012/13 war eine der schwersten der vergangenen Jahre. Deutschlandweit gab es fast 8 Millionen influenzabedingte Arztbesuche und so viele Krankschreibungen wie lange nicht mehr, wie der Präsident der deutschen Vereinigung zur Bekämpfung von Viruskrankheiten, der Jenaer Mediziner Prof. Peter Wutzler, sagte. "Das Problem ist die Impfmüdigkeit." Nach der von kontroversen Diskussionen um eine Impfung begleiteten Schweinegrippe-Pandemie seien die Impfraten zurückgegangen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeschutzimpfung Personen mit höherem Erkrankungs- oder Komplikationsrisiko. Das sind Menschen ab 60 Jahre, chronisch Kranke wie Diabetiker oder Asthmatiker, Schwangere, medizinisches Personal und Betreuer von Risikopatienten. Aus Expertensicht ist die günstigste Zeit für eine Grippe-Schutzimpfung der Oktober und November. "Ältere Menschen sollten sich lieber erst im November impfen lassen", riet Prof. Wutzler. Dann wirkt der Impfstoff bis Ende der Grippe-Saison. Quelle: dpa

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